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Erfolg für Servicedienstleister der OneCoin-Firmen vor dem OLG Hamm

Erfolg für Servicedienstleister der OneCoin-Firmen vor dem OLG Hamm

Bereits im April 2017 hatte das Amtsgericht Münster auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld Arreste in Millionenhöhe in das Vermögen des nordrhein-westfälischen Servicedienstleisters der OneCoin-Firmen verhängt, der insofern für OneCoin deutschlandweit tätig war.

Immer wieder jeweils dann, wenn diese Arreste durch unsere Kanzlei mit Rechtsmitteln angegriffen worden sind, änderten die Strafverfolgungsbehörden die Arrestverfügungen geringfügig und brachten eine „neue Fassung“ der Arreste aus, was auch dazu führte, dass allein aus formalen Gründen die Rechtsmittel über einen langen Zeitraum hinweg ins Leere liefen.

Wir rügten dieses Vorgehen mehrfach schriftlich und fochten auch die im Beschwerderechtszug ergangenen Beschlüsse des Landgerichts Münster vom 09.02.2018 und 10.07.2018 konsequent an.

Nunmehr hat auf die sogenannte „weitere Beschwerde“ hin der 3. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 11.10.2018 den Beschluss des Amtsgerichts Münster vom April 2017 und die modifizierenden Beschlüsse des Landgerichts Münster vom 09.02.2018 und 10.07.2018 in der finanziellen Größenordnung von 3 Mio. EUR aufgehoben und die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Anwaltskosten der Firma der Landeskasse auferlegt. Die Staatsanwaltschaft hatte gleichsam im letzten Moment vor einem angekündigten und bereits absehbaren aufhebenden Beschluss versucht, eine solche Entscheidung durch die Erwirkung einer erneuten Arrestanordnung durch das Amtsgericht Bielefeld zu verhindern. Insbesondere bejahte der Senat klar das nur ausnahmsweise gegebene Interesse an einer Feststellung der Rechtswidrigkeit. In dem Beschluss heißt es: „Ein Rechtsschutzinteresse kann nicht verneint werden. Insbesondere ist das Rechtsmittel nicht durch den neuen Arrestbeschluss des AG Bielefeld prozessual überholt.“ Somit scheiterte dieser versuchte Schachzug der Staatsanwaltschaft.

Die OneCoin-Firmen betrachten diesen wichtigen, grundlegenden und zutreffenden Beschluss als wichtigen Erfolg und werden auch alle weiteren Arrestanordnungen mit Nachdruck und allen gebotenen rechtlichen Mitteln bekämpfen und anfechten.

Success before the OLG Hamm [Hamm Higher Regional Court] for the Service Provider of the OneCoin-Companies 

 

The Amtsgericht Münster [Münster Local Court] imposed seizures running into millions of the assets of the North Rhine-Westphalian service provider of the OneCoin-companies that was acting for OneCoin across Germany at the request of the Staatsanwaltschaft Bielefeld [Bielefeld Public Prosecutor’s Office] already in April 2017.

Again and again, in cases our Law Firm contested these seizures based on legal remedies, the law enforcement authorities marginally changed the decree for the seizure and then issued a “new text” of the seizures. This also led to the fact that the legal remedies just for formal grounds led to nothing over long periods.

We complained of this approach in written form on several occasions.

Moreover, we consequently contested the Decisions dated 09.02.2018 and 10.07.2018 by the Landgericht Münster [Münster Regional Court] based on the legal action of appeal. Following a so-called “further complaint” the 3. Strafsenat [3rd Criminal Division] of the Oberlandesgericht Hamm [Hamm Higher Regional Court] on the 10.11.2018 repealed the Decision of the Amtsgericht Münster [Münster Local Court] from April 2017 and the modified Decisions of the Landgericht Münster [Münster Regional Court] dated 09.02.2018 and 10.07.2018 of some 3 million euros. The State Treasury was ordered to bear the costs of the appeal proceedings and the attorneys’ fees of the company. At literally the last moment before the announced and already foreseeable, annulling Decision, the Public Prosecutor’s Office sought to prevent such a decision by obtaining a new arrest order through the Amtsgericht Bielefeld [Bielefeld Local Court].  In particular, the Division clearly affirmed the only exceptional interest in establishing the illegality. The Decision states as follows: “A legal interest in bringing proceedings cannot be denied. In particular, the legal remedy has not become obsolete under procedural aspects due to the new arrest order of the AG Bielefeld [Bielefeld Local Court]”. Thus, the attempted move by the Public Prosecutors’ Office failed.

The OneCoin-companies regard this important, fundamental and correct Decision as important success. In addition, they will firmly fight and contest all future arrest orders, based on all available legal means.

Italienisches Strafgericht und Berufungsgericht bestätigen: DEXCAR Vertriebssystem stellt kein betrügerisches Schneeballsystem dar

Italienisches Strafgericht und Berufungsgericht bestätigen: DEXCAR Vertriebssystem stellt kein betrügerisches Schneeballsystem dar

Das Berufungsgericht in Turin, Italien (Nr. 1306/16 R.G. P.M., 23.03.2018) hat die Entscheidung des Strafgerichts von Biella, Italien (Nr. 1306/16 R.G. N.R., 11.01.2018) bestätigt. Danach erfüllt das Vertriebsmodell unserer Mandantin, der DEXCAR Autovermietung, nicht den Straftatbestand des Betrugs.
Das Strafgericht von Biella hatte in der Strafsache über den Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die Ablehnung der vorsorglichen Beschlagnahme von Girokonten und auf den Namen der DEXCAR zugelassenen Fahrzeugen zu entscheiden. Im Anschluss befasste sich das Berufungsgericht in Turin mit der Sache.
Den Angeklagten wurde vorgeworfen, das von DEXCAR Autovermietung angebotene „Auto-Bonus-Programm“ stelle ein strafbares, betrügerisches „Schneeballsystem“ dar, weshalb die Geschäftsführung nebst einiger Mitarbeiter des Unternehmens sich des Betrugs und der Bildung einer kriminellen Vereinigung strafbar gemacht hätten.
Das verfahrensgegenständliche „Auto-Bonus-Programm“ der DEXCAR Autovermietung bot den Kunden insbesondere die Option, als selbständige Vertriebspartner für DEXCAR tätig zu werden.
In seinen Entscheidungen bestätigten beide Gerichte, dass mit dem „Auto-Bonus-Programm“ weder der Straftatbestand des Betrugs, noch die Straftat der Bildung einer kriminellen Vereinigung erfüllt seien.
Das von DEXCAR im Internet zur Verfügung gestellte Informations- und Werbematerial zum „Auto-Bonus-Programm“ sei für Verbraucher insbesondere nicht irreführend und es weise somit nicht die Merkmale eines strafbaren, betrügerischen Schneeballsystems auf.
Zwar sei das System, das hinter dem „Auto-Bonus-Programm“ stünde, komplex, die von DEXCAR zur Verfügung gestellten Informationen dazu seien aber umfassend und ließen für Verbraucher keinen Raum für Missverständnisse. Alleine aus dem Umstand, dass das Vertriebssystem kompliziert sei, ließe sich nicht schon ableiten, dass es sich um ein betrügerisches Vertriebssystem handele.

Italian criminal court and appeal court confirm: The DEXCAR distribution system is not of fraudulent pyramid-scheme-character

The Turin Appeal Court, Italy (No 1306/16 R.G.P.M., 23.03.2018) confirmed the decision of the Biella Criminal Court, Italy (No 1306/16 R.G.N.R., 11.01.2018). Accordingly, our Client’s distribution system – here DEXCAR Autovermietung – cannot be classified as punishable fraud.
The Biella Criminal Court had to decide on the criminal case regarding the objection of the public prosecutor’s office concerning the rejection of the precautionary seizure of current accounts and vehicles registered in the DEXCAR’s name. Following this, the Turin Appeal Court looked into the matter.
The defendants were accused of the fact that the offered “Car Bonus Program” provided by DEXCAR Autovermietung would represent a punishable, fraudulent “snowball system”. Accordingly, the management including some company employees would have committed punishable offences – fraud and forming a criminal community.
In particular, the disputed “Car Bonus Program” of DEXCAR Autovermietung offered the customers the possibility of becoming active as an independent distribution partner for DEXCAR. Both courts confirmed in its decisions, that the “Car Bonus Program” neither fulfils the criminal offence of fraud nor that of forming a criminal community. Specifically, the information and advertising material on the “Car Bonus Program” provided by DEXCAR on the Internet is not misleading for consumers. Hence, it does not show the features of a punishable, fraudulent snowball system.
Indeed, the system behind the “Car Bonus program” is regarded complex, but the information provided by DEXCAR is comprehensive and leaves no room for deception on the side of consumers. Alone from the complex character of a distribution system one cannot conclude that the distribution system would be a fraudulent one.

eBay-Verkaufsverbot von Forever Living Products rechtmäßig

eBay-Verkaufsverbot von Forever Living Products rechtmäßig

Das Landgericht Hamburg (Urteil vom 04.11.2016 – 315 O 396/15) hatte einen Sachverhalt zu bewerten, in dem die Forever Living Products Germany GmbH (Forever Living Products), ein Unternehmen aus der MLM-Branche, vertreten durch unsere Kanzlei, seinen Vertriebspartnern den Verkauf von Waren auf der Handelsplattform eBay untersagte. Forever Living Products vertreibt deutschlandweit hochwertige Nahrungsergänzungen und Kosmetikwaren. Das Unternehmen hat in seinen Unternehmensrichtlinien u.a. geregelt, dass gegenwärtig der Vertrieb ihrer Waren durch Vertriebspartner auf der Handelsplattform eBay untersagt ist, da die Handelsplattform eBay es gegenwärtig nicht hinreichend ermöglicht, die gesamte Produktpalette in der entsprechenden Qualität abzubilden. (mehr …)

Der Beschluss des OLG Hamm vom 4.1.2018 zum Thema Kryptowährung

Der Beschluss des OLG Hamm vom 4.1.2018 zum Thema Kryptowährung

Die Tagespresse und das Internet sind derweil voll mit Berichten über einen Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 04.01.2018, nach welchem die Erträge aus Kryptowährungen angeblich illegal seien. Verschwiegen wird die gesamte Verfahrenshistorie dahinter, und genau dieses Verschweigen macht die Berichte zu mindestens irreführenden „Fake-News“.

Betroffen war eine Firma, die als Finanzdienstleisterin für die Kryptowährung „OneCoin“ auf ordnungsgemäßer vertraglicher Basis langjährig beanstandungsfrei tätig war. Alle nunmehr aus Anlass der Entscheidung publizierten Berichte verschweigen auch Folgendes: Diese Firma war – wie immer wenn es um viel Geld geht – seit fast zehn Jahren immer wieder diversen Strafverfahren ausgesetzt. Dabei kam kein Strafermittler auch nur auf die entfernte Idee, auf das seit 2009 geltende Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) zurückzugreifen. Alle Ermittlungen wurden folgerichtig eingestellt. Kein einziger Verstoß konnte festgestellt werden. (mehr …)

Neuer Wirbel um das Vertriebssystem „Swisscoin“ – Gründerstreit führt zu Verbot per einstweiliger Verfügung

Neuer Wirbel um das Vertriebssystem „Swisscoin“ – Gründerstreit führt zu Verbot per einstweiliger Verfügung

Das Vertriebssystem „Swisscoin“ war im März 2016 angetreten, um mit eine möglichst großen Anzahl von Vertriebspartnern für den Kauf von Schulungspaketen zu Themen des Finanzmarkts zu gewinnen. Daneben sollte eine neue Kryptowährung entstehen, nämlich der sog. „Swisscoin“.
Schon früh wurde in der Network-Marketing-Szene der Umstand diskutiert, dass „Swisscoin“ augenscheinlich nicht (nur) in der Schweiz ansässig war, sondern auch über zwei Gesellschaften im sächsischen Leipzig operierte.
Bei Swisscoin verwies man seinerzeit darauf, dass der Hauptsitz von Swisscoin in der Schweiz sei und die dort ansässige Euro Solution GmbH vom Kanton Zug aus und damit nach eigener Aussage im Zentrum des sog. „Kryptovalleys“ operieren würde. (mehr …)